Jackson Irvine verlässt den FC St. Pauli.
Was die Spatzen von den Dächern des Millerntor pfiffen ist seit Mittwoch morgen offiziell: Jackson Irvine zieht es nach Japan.
Ich bin traurig.
Traurig, weil es wohl kaum einen Spieler gab, vor allem einen internationalen, der uns Fans, dem Verein außerhalb der Profifußballerblase so nahe gekommen ist, wie Jackson. Im Viertel wohnend, ist er nach und zwischen den Spielen im Jolly Roger oder im Treppenhaus unseres Co-Hosts anzutreffen gewesen. Er hat Haltung gezeigt, nicht nur bei der australischen Nationalmannschaft, auch im Trikot des FC St. Pauli.
Ich bin traurig, weil ich ihn nicht verabschieden kann am kommenden Sonntag.
Ich bin traurig, weil seine internationale Sicht auf uns und auf Dinge, uns aus unserer provinziellen Muffigkeit rausholte.
Und ich bin wütend.
Ich bin immer noch wütend darüber, wie der Verein und allen voran der Aufsichtsrat den Skandal um René Born gemanagt hat – nämlich gar nicht.
Ich bin wütend über den Hass, der bei aller berechtigten Kritik, über Jackson Irvine und seine Frau herein brach. Diese Fanszene kann schon fies sein.
Ich bin dankbar.
Ich bin dankbar für die monsterhafte Mentalität, die auch der Verein spät würdigt bei seinem Abschiedsposting.
Ich bin dankbar dafür, dass Jackson an den Klassenerhalt first und an seine eigene Gesundheit second gedacht hat. Trotz Born, Blessin und Beschwerden im gebrochenen Fuß.
Ich bin besorgt
Ich bin besorgt darüber, dass jungen Profis, die uns kennen- und vielleicht lieben lernen, das Kapitel Jackson und unser Umgang mit ihm ein Beispiel sein wird. Ein negatives.
Ich bin besorgt über den provinziellen Filz im Verein, der auch knackige Auseinandersetzungen nicht möglich macht. Ich bin besorgt über den Impact auf unsere internationale Fanschaft.
Ich hoffe …
Ich hoffe trotzdem, dass wir daraus lernen.
Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft Spieler an uns heranlassen, über ihre Funktion als Posterboys fürs Marketing hinaus.
Ich hoffe, dass Jackson ein wundervolles Karrierefinale in Japan genießt (ist ja gerade der hotte Shit, Japan) und dort glücklich wird. Als Vater, Fußballer und cooler Dude, der good trouble nicht aus dem Weg geht.
Screenshot FCSP.com, Annotationen dieser Podcast
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