Moin Abstiegskampf

Heimniederlage, verdient. FCSP 1 x FCK 2.

Willi war fassungslos nach dem Abpfiff. Außer Rasmussen und Smith hatte er nur fußballerische Offenbarungseide gesehen. Wieder gegen einen Gegner, der wahrlich keine Übermannschaft war.

Willkommen in der zweiten Bundesliga, FC St. Pauli. Selten wurde ein Satz Bornemanns so schnell zur Hybris: wenn man denn annimmt, dass er die anvisierten 3 Jahre Bundesliga in der 1. der drei möglichen Ligen verortet.

Dabei ging das Spiel in meiner Wahrnehmung schon vor dem Anpfiff verloren. Nachdem mit Tim Curry und Dolly Parton das Magiekonto noch aufgeladen wurde, leerte sich der Energielevel nach den Pfiffen gg Rihanna und Thees Uhlmanns Leiern in Moll dem Nullpunkt.

Mathisen bspw konnte sich davon das ganze Spiel nicht erholen.

Stefan war das erste Mal diese Saison mit in der zugigen Ecke und fragte mich, wie die Boys denn so spielen. „Die ersten 20 Minuten Vollgas. Dann dreht jemand die Ventile zu (der kicker nannte das heute „bräsig“). Wenn wir dann 2:0 führen, kann das heute was werden“.

Wurde es nicht. Der Rest ist Bemühen und Wundern: über die Robustheit der 2. Liga.

Heute mache ich mal einen auf Mopo und Kicker: die Boys in Brown in der Einzelkritik:

Eric Smith:

Vielleicht der einzige Spieler mit Doppel-H-Kennzeichen (HH-ES-xxxx) stabilisiert ab dem 0:2 die Innenverteidigung. Schön, dass du wieder da bist, alter Schwede. Note: 2.5

Mathisen:

Hat nach Thees Uhlmanns Hymne seinen Kreislauf nicht wieder hoch bekommen. Sorglos, glücklos, kraftlos. Note: Glatte 5. Versetzung in die Startelf gefährdet.

Fujita: Verließ als erster das Millerntor. Wirkte total bedient. Findet sich in den nächsten 24h kein Abnehmer, sollte der talentierteste unserer Spieler schnell über seine Egoverletzung hindurch kommen. Willkommen in Liga 2, Fujitasan. Note: 6 trotz null Einsatzminuten.

Metcalfe: Wuchtig nach seiner Einwechslung. Auf dem Weg zurück. Note: 3+

Rasmussen: zog nach vorne lauter Freistöße. Hat ne Idee, wie er Fussball spielen will. Oft gelingt es – macht er auf seiner Position jedoch Fehler, wird es schnell bitter. Note: Glatte 3.

Voll: Hat die Tradition des einen Wacklers von Vasilj abgeguckt. Steht ansonsten in der Luft wie gemalt. Note: 4.0.

Oppie: nach vorne OK, nach hinten zu langsam. Wenn da nicht mehr kommt, muss noch im Sale zugeschlagen werden. Note: 4.6 Tendenz zu mangelhaft.

Pyrka: der schnellste Einäugige unter den Lahmen. Wenn sein Timing zu Martijn Kaars besser wird, wird alles gut. Note: 3 plus.

Martijn Kaars: nach hinten stark. Was nach Kritik klingt, macht ihn so wertvoll. Hat viel Konkurrenz, aber das wird schon. (Siehe Pyrka). Note: 3

Ceesay: Geht dahin wo es andern wehtut. Vier Tore in vier Spielen, saisonübergreifend. Note: 1 minus.

Was sonst noch auffiel: die Nummer 5 der Lauterer trug seine Büx falsch rum. Ob das Absicht oder Versehen war, ist nicht klar.

In der Halbzeit kam die Frage auf, mal wieder, wieso „Antifa Hooligans‘ nicht als Interimshymne genutzt wird? Wir und die um uns herum fänden das gut.

Nass und auf dem matschig-rutschigen Boden der Tatsachen angekommen. Jetzt heiße Wanne und Mentholzigarette: Die Reste Blessins Arroganz ausschwitzen.

Fediverse reactions

Dein Host

Erik Hauth ist Blogger und Podcaster aus Hamburg-Altona. Hier schreibt und redet er über den FC St. Pauli, die Musik und Kultur des Kiez

2 Kommentare

  1. Selten wurde ein Satz Bornemanns so schnell zur Hybris: wenn man denn annimt, dass er die anvisierten 3 Jahre Bundesliga in der 1. der drei möglichen Ligen verortet. Dabei ging das Spiel in meiner Wahrnehmung schon vor dem Anpfiff verloren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert