Beim 1:3 gegen den FC Nürnberg war das Ergebnis fast egal, so sehr begeisterten mich die Boys in Brown.
Millerntor, Heimspiel ohne DOM. Schwacher Wind und herbstwarme 12 Grad.
Wir waren heute nur zu viert in der zugigen Ecke und nachdem wir uns unsere Hymnenfavoriten erzählt hatten, sollte der FC St. Pauli den Aufstiegskandidaten eine Halbzeit lang dominieren. Und am Nürnberger Torwart verzweifeln.

Schießbude vernagelt.
Der DOM wurde erst aufgebaut (war der nicht gerade erst?), deswegen waren die Schießbuden verschlossen, wie das Tor der Nürnberger.
Cissey, Metcalfe, wieder Cissey. Ein halbes Dutzend sehr guter Chancen, drei 100%tige und doch kein Treffer für braunweiss.
Wow, sag ich zu Dew, was für ein tolles Spiel. Dew ist bedient, er ist eher ergebnisorientiert.
Für mich ist das Spiel der Weg. Schiet auf das Ziel. Wie soll man denn Niederlagen sonst genießen, als Stück Lebenszeit ja genauso wertvoll wie Siege. Irgendwie muss man, auch mal verlieren. Dann lieber so wie heute.
Solche Spiele sind eine Übung. Zen Pauli, quasi.
Und eine Übung in Solidarität. Denn, wer nu auf Oppie rumhackt, kann meinetwegen zum FCB gehen. Bei denen zählt auch nur das Ergebnis.
So erzählt dieser Nachmittag andere Geschichten. Wie zum Beispiel die der beiden Bayern, der eine mit nem sehr alten Freundschaftsschal zwischen 1860 und St. Pauli und genau eine Stufe darunter ein junger Mann mit FCB x FCSP Schal. Sie haben sich vertragen. Und waren um Längen bessere Gäste als die Franken im Gästeblock, die noch vor dem Anpfiff drei Mal „Scheiß St. Pauli“ anstimmen. Am Ende glauben die noch, sie hätten den Sieg verdient. Arme Narren.
Wer Thees spielt …
Die Niederlage heute war unverdient, unglücklich und gemein. Da wirkt die schlechte Leistung des Schiedsrichters beinahe egal.
Beim 0:1 ruft eine weise junge Frau hinter mir: „Ihr habt es gecallt„, und erklärt mir auf Nachfrage: wer VOR dem Spiel Thees Uhlmann von Tragik und Leiden singen lässt, der hat die magischen Geschicke des FC St. Pauli maßgeblich vorgegeben. Die Niederlage – da waren wir uns einig – geht zulasten der Stadionregie.
Thees also erst nach dem Spiel abspielen, wobei ich den Jungs heute stattdessen noch ein stadionweites YNWA gegönnt hätte. So gab’s nur ein schiefes Solo von mir. Leider nicht wählbar als Hymne 😉




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