No more Posterboys

„Vielleicht“, sagt P. in unserem langen Telefonat zum Abschluss der Saison, „vielleicht haben wir auch selber schuld. Wir sollten beim FC St. Pauli aufpassen, die Jungs nicht zu schnell zu Posterboys zu machen. Das würde uns viel Ärger ersparen.“

Ja, antworte ich, das hat schon bei Marvin Knoll nicht funktioniert.

Wir sprechen über Jackson Irvine, die Wirrungen und Konflikte in dieser Saison. Zwischen Jacko und dem Aufsichtsrat, Teilen der Fanszene, mit dem Trainer – laut P. „die ärmste Sau“.

Jackson Irvine polarisiert und provoziert. Eben weil er so gut zum FCSP passt. Was uns triggert, sage ich zu P., ist doch: Irvine spiegelt uns fast perfekt.

Jackson Irvine passt so gut zur Marke St. Pauli, das hätte man sich nicht besser ausdenken können: Selbstbewusst, belehrend und streitbar, bis zur Karikatur von sich überzeugt. Die fehlende Weltklasse macht er durch Style und Einsatz wieder wett.

Und doch bleibt er eine Ich-AG, ok zusammen mit Jemila eine Wir-AG.

Er wird gehen, irgendwann. P. deutet an, eher früher als später. P. knows.

Und dann dürfen wir denselben Fehler nicht nochmal machen. Keine Posterboys mehr. Bitte.

Fediverse reactions

Dein Host

Erik Hauth ist Blogger und Podcaster aus Hamburg-Altona. Hier schreibt und redet er über den FC St. Pauli, die Musik und Kultur des Kiez

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